4.Tag 30.01.2026
Nach unserem 4.Tag in Tartu haben wir uns so langsam auf unseren estnischen Alltag eingestellt. Wir genießen alle sehr, dass wir ein bisschen länger als zu Hause schlafen können. Am VOCO beginnt die erste Stunde erst 8.30 Uhr. Unser Tag startete 8.00 Uhr mit Sonnenschein, -15 Grad Celius und einem leckeren Frühstück in der durch Schüler und Schülerinnen bewirtschafteten Cafeteria. Danach ging es direkt zum Unterricht. Heute haben wir uns nochmal ausführlich mit der Hardware auseinandergesetzt. Wir versuchten auf den Server aus einem anderen Raum zuzugreifen, um auf Lüftungsgeräusche zu verzichten. Des Weiteren haben wir uns in der Theorie mit RAIDS auseinandergesetzt. Ein RAID-System dient zur Organisation mehrerer physischer Massenspeicher (üblicherweise Festplattenlaufwerke oder Solid-State-Drives) zu einem logischen Laufwerk, das eine höhere Ausfallsicherheit oder einen größeren Datendurchsatz erlaubt als ein einzelnes physisches Speichermedium. Der Begriff ist ein Akronym für Englisch „Redundant Array of Independent Disks“, also „redundante Anordnung unabhängiger Festplatten“.
Die letzte Unterrichtsstunde nutzten wir, um uns theoretisch mit den Ebenen der Virtualisierung auseinanderzusetzen und diskutierten verschiedene Softwarelösungen. Nach Unterrichtsschluss bummelten wir bei schönstem Winterwetter durch die Stadt. Anschließend gingen wir im Sportzentrum bei eisigen Temperaturen Schlittschuhlaufen. Unsere Haare und Bartstoppeln waren weiß gefroren. Na dann, räumen wir hier mal mit Vorurteilen auf, von wegen die Computer-Nerds sitzen nur zu Hause am Rechner rum. Aufgewärmt haben wir uns in einem coolen Restaurant in einem ehemaligen Fabrikgebäude. Das Essen war sehr lecker und die Getränke natürlich auch.
5.Tag 31.01.2026
Bei -14 Grad Celsius starteten wir in unser erstes Wochenende in Tartu. Die Temperaturen verführten uns dazu, ein bisschen länger im Bett zu bleiben und auszuschlafen. Beim Blick aus dem Fenster konnten wir regelrecht die Kälte fühlen.
Nach dem späten Frühstück (11 Uhr) brachen wir in Richtung Innenstadt auf, um das Science Center AHHAA in Tartu zu besuchen. Das Museum erinnerte uns ein bisschen an die Imaginata in Jena. Im Science Center AHHAA in Tartu wird ebenfalls geschickt und fantasievoll Wissenschaft zum Anfassen für Groß und Klein vermittelt. Hier wurden verschiedene naturwissenschaftliche Phantome z.B. aus dem Bereich Optik sehr anschaulich und einfach erklärt. Wir genossen den Besuch sehr, weil wir viel selbst ausprobieren durften, zum Beispiel fuhren wir mit dem Fahrrad in 5m Höhe auf einem Stahlseil durch die Museumshalle, spielten mit unseren Füßen Klavier, spielten mit Licht usw.
Anschließend haben wir Mittag im Museumsrestaurant gegessen, Bürger, Bowl und Kuchen. Ein typisches Mittagessen in Estland wäre Sauerkraut, Kartoffeln und entweder gebratener Schweinebauch oder gebratene Blutwurst. Darauf hatten wir kein Appetit. Den Nachmittag verbrachten einige von uns in der Innenstadt, andere erholten sich im Spa auf dem Dach eines Einkaufszentrums. Mit einer großartigen Aussicht auf die Stadt genossen wir die Sauna- und Wasserwelt. Saunieren ist in Estland ein Kulturgut. Den Tag ließen wir im Theater und in einer Bar ausklingen.
6.Tag 01.02.2026
Heute wachten wir bei -21 Grad Celsius auf – ein Grund mehr, erst ab 11.00 Uhr mit unseren Aktivitäten zu starten. Bei klirrender Kälte, viel Sonne und blauem Himmel starteten wir in Richtung Nationalmuseum. Nach einer kurzen Bustour ließen wir es uns nicht nehmen, zum Estnischen Nationalmuseum zu laufen. Unser Eric trug heute sogar eine Mütze, das sagt viel über die Kälte aus. Das Museum liegt ein bisschen außerhalb der Stadt und ist das größte Museum in Estland, untergebracht in einem Glas-Beton-Gebäude. Wir besuchten die Hauptausstellung „Begegnungen“. Sie führte uns in das estnische Alltagsleben der letzten Jahrhunderte. Es ging hier nicht darum Alltagsgegenstände in Vitrinen zu betrachten, sondern es gab immersive Aufbauten, Videos, interaktive Displays, die uns einen Einblick in das estnische Leben gaben, Dank KI wurde alles direkt am Objekt in die deutsche Sprache übersetzt.
Des Weiteren besuchten wir noch eine Sonderausstellung zum Thema Estlandschweden oder Küstenschweden. Als Küstenschweden bezeichnet man die schwedischsprachige Minderheit, die über 700 Jahre bis 1944 an der estnischen Westküste und auf den estnischen Ostseeinseln beheimatet waren. Noch heute lebt eine kleine Gemeinschaft von Küstenschweden in Estland. Wie bereits erwähnt wurde auch die Universität von dem Schwedenkönig Gustav Adolf II 1632 gegründet. Estland war in der Geschichte 1561/1632 bis 1710 unter schwedischer Herrschaft.
Hier sieht man, wie eng unsere Erasmuspartner in Tartu/Estland und Boden/Schweden historisch miteinander verknüpft sind. Heute sind beide Staaten in der EU und wir können so großartige Erasmus- Austauschprogramme an unserem SBSZ Jena-Göschwitz anbieten. Nach unserem Museumsbesuch ließen wir es uns bei einem verspäteten leckeren Mittagessen gut gehen. Danach genossen wir unseren freien Sonntag mit verschiedenen Freizeitaktivitäten. Bei einer Tasse Tee und estnischer Schokolade ließen wir den Tag ausklingen.



























