Vom 20.04. bis 22.04.2026 unternahm das dritte Lehrjahr der Feinoptiker*innen eine Bildungsfahrt nach Berlin.
Auf dem Programm stand zunächst eine Führung durch das Regierungsviertel. Dabei erhielten die Schüler*innen einen anschaulichen Einblick in die politischen Zentren Deutschlands. Beim Besuch des Bundesrates konnten die Schüler*innen demokratische Prozesse direkt erleben. In einem Rollenspiel simulierten zum selbstgewählten Thema sie eine Plenarsitzung und übernahmen die Rollen von Politiker*innen einzelner Bundesländer. So konnten demokratische Entscheidungsprozesse unmittelbar erlebt werden. Gleichzeitig wurde deutlich, warum politische Entscheidungen oft Zeit brauchen und wie wichtig Diskussion, Abwägung und Kompromisse in einer Demokratie sind.
Auch der Besuch der Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund bot spannende Einblicke. Die Schüler*innen erfuhren, wie Thüringen seine Interessen auf Bundesebene vertritt und wie die Zusammenarbeit zwischen Land und Bund funktioniert.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Workshop „Wir & ihr – Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Zwangsmigration“ im Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Hier setzten sich die Schüler*innen mit der Vertreibung ab 1945 und dem Krieg in Jugoslawien. Der Workshop regte dazu an, über Identität, Vorurteile und gesellschaftliches Miteinander nachzudenken.
An der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße wurde die deutsche Teilung eindrucksvoll erfahrbar. Die Führung zeigte, welche Folgen Unfreiheit und Ausgrenzung für das Leben der Menschen hatten. Gleichzeitig zeigte die Führung, mit welchem Mut Menschen versuchten, die Grenze zu überwinden. Der historische Ort veranschaulichte, wie wertvoll und unverhandelbar demokratische Rechte, Menschenwürde und Bewegungsfreiheit sind.
Zum Abschluss besuchte die Schulklasse die Notunterkunft für obdachlose Menschen der Berliner Stadtmission. Dort beschäftigten sich die Schüler*innen mit den Themen Armut und Obdachlosigkeit. Dabei wurde deutlich, wie schnell Menschen in soziale Notlagen geraten können und wie wichtig ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit Betroffenen ist. Besonders bewegend war der Einblick in die Arbeit der Notübernachtung, der die gesellschaftliche Relevanz des Themas noch einmal unterstrich.
Die Bildungsfahrt bot viele wichtige Eindrücke und verband politische, historische und soziale Bildung auf anschauliche Weise.
Das Projekt wurde im Rahmen des Vorhabens JMD Respekt Coaches durchgeführt. Das Programm JMD Respekt Coaches unter dem Motto „Lass uns reden! Reden bringt Respekt.“ wird am Standort Jena vom Jugendmigrationsdienst des AWO RV Mitte-West-Thüringen e.V. getragen und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ein herzliches Dankeschön an @respektcoaches_jena


