Erasmus + Projekt Slowakei in Zvolen
Am 30. Mai war es wieder soweit. 6 Schüler aus dem Gastrobereich trafen sich 4:30 Uhr am Busbahnhof um zum Erasmus+ Projekt nach Zvolen in die Slowakei zu starten. Da die Fahrt in die Zentralslowakei eine Busfahrt von 15 Stunden bedeutet wurde ein Aufenthalt von 6 Stunden in Prag geplant, welcher uns die Gelegenheit gab, zu einer schönen Stadtbesichtigung. Für einige Schüler war das der erste Kontakt mit der goldenen Stadt an der Moldau. Gestärkt, durch leckeres tschechisches Essen, konnten wir die letzte 8 Stunden im Bus in Angriff nehmen.
Es ist immer wieder ein besonderer Augenblich, wenn wir nach so einer langen Fahrt in Zvolen von unseren slowakischen Kollegen herzlich empfangen werden. Jetzt konnte unser dreiwöchiges Abenteuer Slowakei beginnen. Unsere slowakischen Betreuer erstellten ein umfangreiches Programm, um Land und Leute kennenzulernen. Ausbildungseinheiten in der Schule mit slowakischen Schülern und Praktikumseinsätze im schuleigenen Theaterrestaurant mit der Arbeit an slowakischen Gästen standen auf dem Programm.
Viele von uns hatten vor dieser Reise noch keinen Kontakt mit der Slowakei und seiner Kultur, so dass unsere Ausflüge in verschiedene Städte, auf alte Burgen oder in landschaftlich beeindruckende Gegenden uns das Land näherbrachten. Durch Ausflüge nach Banska Štiavnica, Banska Bystrica oder auch Kremnica konnten wir viel über die jahrhundertealte Bergbautradtion in dieser Gegend erfahren. Besonders Banska Štiavnica ist durch den Einfluss deutscher Bergleute aus Sachsen und dem Harz geprägt welche den Grundstein für die heutige UNESCO Weltkulturerbestadt legten.
Dass dieses Projekt keine Urlaubsreise ist wurde uns schon am ersten Schultag bewusst. Es standen anstrengende Stunden Slowakisch mit slowakischen Schülern auf dem Programm. Unser erster Kontakt mit der slowakischen Sprache war gar nicht so einfach aber mit Hilfe der slowakischen Schüler konnten wir am Ende kleine Sachen schon auf slowakisch sagen. Die fachspezifische Ausbildung steht in der ganzen Zeit im Vordergrund. So hatten wir Unterricht im Tellertragen, Arbeit mit einer Siebträgerkaffeemaschine, das richtige Tranchieren eines Broilers, Herstellung einer Torte in der schuleigenen Konditorei. Auch gehobene Gastronomie stand auf dem Programm. In einem besonderen Kurs konnten wir das Flambieren eines Palatschinkens erlernen. Das ist gar nicht so einfach und erfordert sehr viel Fingerfertigkeit.
Passend dazu übten wir das richtige Eindecken von Tischen und das Herstellen verschiedener Cocktails. Wer sich schon immer mal gefragt hat wie Rosen und andere filigrane Figuren aus Zucker hergestellt werden kann uns jetzt fragen. Im Zuckerkurs konnten wir uns ausprobieren, inklusive verbrannter Finger. Der Höhepunkt der Ausbildung in Zvolen stellte ganz sicher der Baristakurs mit Zertifikat dar. Vormittag stand Theorie auf dem Programm und am Nachmittag übten wir das Herstellen verschiedenen Kaffeesorten.
Das alles fand im geschützten Raum der Schule statt. Aber unsere Feuertaufe stand uns noch bevor. Wir sollten im schuleigenen Theaterrestaurant mit echten slowakischen Gästen arbeiten. Die Aufregung war groß, wurde uns aber von unseren slowakischen Betreuern und ganz besonders von den Angestellten des Restaurants abgenommen. Es zeigte sich sehr schnell, dass wir durch unsere Betriebe in Deutschland sehr gut ausgebildet werden. Auch wurden wir für unseren Einsatz und die Qualität unserer Arbeit gelobt. Ganz besonders stolz sind wir auf das besondere Lob einer Frau die in dem Restaurant als Gast zum Mittagessen war. Unsere beiden Fachpraktiker Küche wurden sehr gut vom Küchenpersonal aufgenommen und konnten so Erfahrung in den Abläufen einer Restaurantküche sammeln. Auch hier haben sich die beiden bestens bewährt.
Vielleicht arbeiten wir irgendwann in der gehobenen Gastronomie und können unser erlerntes Wissen anwenden und haben so besser Chancen eine gute Stelle zu finden. Und zum Schluss noch ein paar Freizeitaktivitäten. Wir waren im schuleigenen Kosmetik- und Frisörsalonsalon, waren in der Lasertag-Arena, zum Bowlen, Reiten und auf der Cart-Bahn. Der Abschlussabend war schneller da als wir es wollten und es hieß sich für alles zu bedanken. Kleine Geschenke wurden ausgetauscht, wir bekamen unsere Europapässe und verlebten einen sehr schönen Abend mit leckerem Essen und mit der einen oder anderen Träne, weil diese schöne Zeit schon wieder vorbei war. Ein großer Dank geht an unsere slowakischen Betreuer für die viele Zeit die sie mit uns verbracht haben.
Text: J. Missale



