Schüler des SBSZ Jena-Göschwitz starten ihr Praktikum in Schweden – eine erlebnisreiche erste Woche in Boden
Nach ihrer Ankunft in Nordschweden begann für die Schülerinnen und Schüler des SBSZ Jena-Göschwitz bereits am zweiten Schultag ein spannender Einblick in die schwedische Arbeitswelt. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften besuchten sie die Ausbildungsbetriebe, in denen sie in den kommenden drei Wochen ihre Praktika absolvieren werden – darunter Unternehmen aus den Bereichen Sanitärinstallation, Elektrotechnik, Mechatronik, Kfz-Technik und Instandhaltung. Für viele war dies der erste direkte Kontakt mit schwedischen Arbeitsstrukturen und zugleich ein motivierender Auftakt für die bevorstehende Praxisphase.
Am Nachmittag des Dienstag hatte die Partnerschule Björknäsgymnasiet ein besonderes Highlight vorbereitet: Die Gruppe besuchte eine nahegelegene Rennstrecke, auf der alle Schülerinnen und Schüler als Beifahrer in Rallyeautos Platz nehmen durften. Hohe Geschwindigkeiten, spektakuläre Drifts und viel Adrenalin sorgten für unvergessliche Momente. Der Abend klang in der verschneiten Natur bei einem kleinen Lagerfeuer aus – gekrönt von beeindruckenden Polarlichtern, die über dem Himmel von Boden tanzten. Bereits am Mittwoch begann der reguläre Praktikumsalltag. Die Jugendlichen fuhren in ihre Betriebe und starteten in ihre jeweiligen Tätigkeitsfelder. Besonders auffällig war für viele die ruhige, konzentrierte Arbeitsweise der schwedischen Kolleginnen und Kollegen sowie die langen Pausen, die fest zum Arbeitsalltag gehören und für eine entspannte Atmosphäre sorgen.
Am ersten vollständigen Wochenende stand ein gemeinsamer Ausflug mit den schwedischen Partnern zum Polarkreis auf dem Programm. Am „Polcirkelportalen“ erhielten die Schülerinnen und Schüler ihre traditionelle Polarkreistaufe, bevor es am Lagerfeuer Elchhamburger und Rentierdöner gab. Mutige wagten Saltos in den tiefen Schnee, andere drehten mit dem Snowscooter Runden durch die abgelegene Winterlandschaft. Auf dem Rückweg begegnete die Gruppe erneut Elchen und zahlreichen Rentieren – sogar ein Auerhahn ließ sich am Straßenrand blicken. Am darauffolgenden Tag besuchten die Jugendlichen den berühmten Wintermarkt in Jokkmokk, einen der ältesten Märkte Europas mit über 420-jähriger Tradition. Dort erwartete sie ein vielfältiges Programm: Begegnungen mit Angehörigen der samischen Kultur, traditionelle Joik-Gesänge, Rentierrennen und zahlreiche Marktstände. Besonders beeindruckend war die große Auswahl an Rentierfleisch und Pelzprodukten, die in Schweden fest zur regionalen Kultur gehören. Auf der Rückfahrt legte die Gruppe einen Stopp an der längsten Staumauer Schwedens, dem Messauredamm, ein.
Auch abseits der großen Ausflüge bot die Woche viele Erlebnisse. An zwei Abenden besuchten die Schülerinnen und Schüler Eishockeyspiele – unter anderem beim amtierenden schwedischen Meister Luleå HF sowie beim Bodens HF, dessen Juniorenteam auch von Jugendlichen des Björknäsgymnasiet verstärkt wird. An anderen Abenden traf man sich in der Jugendherberge zu gemeinsamen Spieleabenden mit „Werwolf“ oder „Stadt, Land, Vollpfosten“. Neben all den Aktivitäten meisterte die Gruppe ihren Alltag in der Jugendherberge souverän: Wäsche waschen, Einkaufen, gemeinsames Kochen und Organisieren gehörten selbstverständlich dazu. Ein prägendes Erlebnis war für viele auch das extreme Wetter. Temperaturen von –33 Grad waren keine Seltenheit, und der „wärmste“ Tag mit –9 Grad fühlte sich bereits fast sommerlich an. Durchschnittlich lag die Temperatur bei etwa –22 Grad – eine Erfahrung, die man in Deutschland wohl selten macht. Die erste Woche in Boden war damit nicht nur ein gelungener Start in das Praktikum, sondern auch ein intensives kulturelles Erlebnis, das die Schülerinnen und Schüler noch lange begleiten wird.
Wenn der größte Teil auch schön war – Pech hatte eine Lehrerin, die vom Flughafenchaos in Berlin betroffen war. Sie wollte am Freitag anreisen, aber durch den Ausfall ihrer Norwegian Maschine musste Sie umbuchen und erreichte Boden erste am späten Sonntag Abend – nachdem sie wie viele andere am Samstag den Tag auf dem BER verbracht hatte, um ihre Gepäck zu suchen.


















