Wenn Gespräche Brücken bauen – Trialog zum Nahostkonflikt mit den Klassen IM25 und MTR23c Wie spricht man über einen der komplexesten und emotionalsten Konflikte unserer Zeit – ohne in Schlagzeilen zu verfallen oder sich in Social-Media-Blasen zu verlieren? Diese Frage stellten sich rund 28 Schülerinnen und Schüler der Klassen IM25 und MTR23c, als sie gemeinsam an einem besonderen Projekttag teilnahmen, der von Frau Foos und Herrn Herzog initiiert und begleitet wurde.
Ein Thema, zwei Perspektiven Zu Gast waren zwei Referent*innen, die den Nahostkonflikt nicht aus dem Lehrbuch kennen, sondern aus ihrem eigenen Leben: Eyal, der deutsch-israelische Wurzeln hat, und Nora, die palästinensische Wurzeln in ihrer Familie trägt. Gemeinsam führten sie mit beiden Klassen einen sogenannten Trialog – ein Format, das bewusst Raum schafft für Fragen, Unsicherheiten und Ansichten, die viele sich sonst nicht zu äußern trauen. Das Ziel war klar: Den Konflikt aus dem unpersönlichen Raum der sozialen Medien und der Nachrichtenformate herausholen und ihm ein persönliches, nahbares Gesicht geben. Nicht Schlagzeilen, sondern Menschen. Nicht Fronten, sondern Gespräche.
Die Schülerinnen und Schüler kamen nicht unvorbereitet: Im Vorfeld wurden beide Klassen auf die Vielschichtigkeit und Komplexität des Konflikts eingestimmt. Das Ergebnis war eine lebhafte Gesprächsrunde mit zahlreichen Fragen – kritisch, neugierig, nachdenklich. Eyal und Nora stellten sich allem, diskutierten offen und suchten gemeinsam mit den Jugendlichen nach Antworten – ganz im Sinne des Trialog-Gedankens: miteinander reden statt übereinander.
Positives Fazit – trotz Sommerhitze Auch wenn die hohen Temperaturen an diesem Tag alle forderten, zogen sowohl die Referent*innen als auch die Schülerinnen und Schüler ein durchweg positives Fazit. Die Rückmeldungen zeigten: Dieses Format trifft einen Nerv. Es gelingt, was in der öffentlichen Debatte oft scheitert – auf eine menschliche und wertschätzende Ebene zurückzukehren, die das Leid aller sieht und anerkennt.
Die Absicht von Frau Foos und Herrn Herzog ist daher eindeutig: Dieses Format soll wiederholt werden. Das Trialog-Format wird vom Israel-Palästina Projekt angeboten. Auf der Webseite https://israelpalaestinavideos.org/ finden sich weitere Informationen zu den verschiedenen Projektangeboten sowie das gleichnamige Buch „Trialog – Wie wir über Israel und Palästina sprechen“ von den Initiatoren der Trialoge, Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann. Wichtig zu wissen: Die Bildungsarbeit des Projekts ist zum Teil spendenfinanziert. Wer dieses wertvolle Angebot unterstützen möchte, findet auf der Webseite die Möglichkeit zur Spende – ein Beitrag, der direkt in politische Bildungsarbeit wie diese fließt.
Ein herzlicher Dank gilt Eyal und Nora für ihre Offenheit und ihren Mut, persönliche Geschichten in den Unterricht zu tragen – und allen Schülerinnen und Schülern, die mit so viel Engagement und Wertschätzung dabei waren.

