Unter dem Schwerpunkt Demokratie reiste das dritte Lehrjahr der Feinoptiker*innen vom 25.11. bis 27.11.2025 mit 21 Auszubildenden zu einer Bildungsfahrt nach Berlin.
Die Exkursion startete in Berlin mit dem Besuch des Bundesrates. Im Rahmen eines Planspiels zu einem selbstgewählten Thema wurde eine Plenarsitzung simuliert. Sie übernahmen die Rollen von Politiker*innen verschiedener Bundesländer. So wurden demokratische Entscheidungsprozesse unmittelbar erleben.
Zum Ausklang des ersten Tages besuchte die Gruppe das Theaterstück „#diewelle“ im GRIPS Theater. Ausgangspunkt des Stück ist die Frage, ob eine Diktatur in Deutschland heute noch möglich wäre. Das Stück zeigt eindrucksvoll, wie schnell Menschen für autoritäre Ideen empfänglich werden können. Das reale Experiment „The Third Wave“, bekannt geworden als „Die Welle“, wirft dabei bis heute drängende Fragen auf: Worin liegt die Verlockung von Überlegenheitsgefühlen? Wann wird aus Zusammenhalt Ausgrenzung? Und wie gefährlich kann das Schweigen einer Mehrheit für die Demokratie werden?
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Ferdinand-Braun-Instituts, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH). Das Institut forscht in Themenfeldern, die einen direkten Bezug zum Ausbildungsbereich der Schulklasse haben. Zugleich setzt das Institut ein Zeichen für Diversität und Inklusion in der Arbeitswelt. Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt verpflichtet es sich, ein wertschätzendes und diversitätsorientiertes Arbeitsumfeld zu fördern. Der Besuch bot somit die Möglichkeit, sowohl ausbildungsrelevante Inhalte kennenzulernen als auch ein Unternehmen zu erleben, das sich bewusst zu Vielfalt und Offenheit bekennt.
Am letzten Tag besuchte die Schulklasse das Zentrum am Zoo des Vereins für Berliner Stadtmission, in dem bedürftige und obdachlose Menschen sozialpädagogische Unterstützung, Verpflegung und Sachspenden erhalten können. Dort setzten sich die Schüler*innen mit den Themen Armut und Obdachlosigkeit auseinander. Dabei wurde deutlich, wie schnell Menschen in soziale Notlagen geraten können und wie wichtig ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit Betroffenen ist. Besonders wertvoll war der Austausch mit der Psychologin und den Ehrenamtlichen vor Ort. Sie berichteten von ihrer Arbeit, ihrer Sicht auf das Problem der Obdachlosigkeit sowie von den Schicksalen der betroffenen Menschen.
Das Ziel der Bildungsreise wurde erreicht: Politische Prozesse, die Demokratie kennzeichnen, wurden ebenso erfahrbar wie gelebte Demokratie im gesellschaftlichen Zusammenleben in Vielfalt. Zugleich wurden strukturelle und soziale Problemlagen wie Armut und Obdachlosigkeit sichtbar gemacht. Auf diese Weise konnte das Demokratieverständnis der Schüler*innen erweitert und gestärkt werden.
Das Projekt wurde im Rahmen des Vorhabens JMD Respekt Coaches durchgeführt. Das Programm JMD Respekt Coaches unter dem Motto „Lass uns reden! Reden bringt Respekt.“ wird am Standort Jena vom Jugendmigrationsdienst des AWO RV Mitte-West-Thüringen e.V. getragen und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Ein herzliches Dankeschön an @respektcoaches_jena


