Es ist kalt im Norden / 2. Woche vorbei – 2026.02.16

Die zweite Woche unseres ERASMUS+ Projekts in Schweden geht zu Ende – und sie war geprägt von spannenden Praxiserfahrungen, beeindruckenden Einblicken und unvergesslichen Erlebnissen in der winterlichen Landschaft Lapplands.

Unsere zehn Schülerinnen und Schüler arbeiteten in dieser Woche engagiert in ihren jeweiligen Praktikumsbetrieben. Dort übernahmen sie abwechslungsreiche und verantwortungsvolle Aufgaben und konnten wertvolle internationale Berufserfahrungen sammeln. Besonders beeindruckend war für viele der ruhige und gelassene Arbeitsstil der schwedischen Kolleginnen und Kollegen, der nicht nur Professionalität, sondern auch gegenseitigen Respekt und Teamgeist widerspiegelt. Beim Besuch in den Firmen durch das Lehrerteams, Richard und Anja, wurde die fleißige, zuverlässige und selbstständige Arbeitsweise unserer deutschen Schülerinnen und Schüler ausdrücklich gelobt. Dieses positive Feedback zeigt, wie hervorragend diese unsere Schule und unser Land vertreten.

Ein besonderes Highlight der Woche erwartete uns am Mittwoch: Statt Arbeit stand ein gemeinsamer Ausflug zur „Boliden-Aitik-Kupfermine“ auf dem Programm, die etwa 16 Kilometer von Gällivare entfernt liegt. Gemeinsam mit schwedischen Schülerinnen und Schülern sowie unserem schwedischen Kollegen Urban machten wir uns auf den Weg. Unsere Gastgeber verwöhnten uns mit einem leckeren Lunch aus Nudelsalat und typisch schwedischem Polarbröd mit Käse – eine willkommene Stärkung für den ereignisreichen Tag.

Die gewaltigen Dimensionen der Mine beeindruckten alle Teilnehmenden nachhaltig: Die riesige Abbaugrube misst eine Länge von etwa 3-4 km Länge und ca. 1,1 Kilometer Breite, sowie einer Tiefe von 450-575 Meter tief und fördert jährlich rund 40 Millionen Tonnen Erz (Hauptmetalle sind Kupfer, Gold und Silber). Besonders die PS-starken Boliden ließen die Herzen unserer technikbegeisterten Schüler höherschlagen. Aus nächster Nähe konnten wir das geschäftige Treiben in der Mine beobachten und die gigantischen Fahrzeuge beim Erzabbau bestaunen – ein faszinierender Einblick in moderne Bergbautechnik. Auch wenn die Anfahrt mit rund 200 Kilometern vergleichsweise lang war, hat sich die Reise mehr als gelohnt. Die Fahrt durch die herrliche, weiße Winterlandschaft Lapplands mit Sichtungen einiger Rentiere machte diesen Tag zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Am Samstag stand ein Ausflug zu zwei beeindruckenden Natur- und Architekturhighlights Nordschwedens auf dem Programm. Zunächst besuchten wir das außergewöhnliche „Treehotel“ in Harads. Die spektakulären Baumhäuser, die scheinbar zwischen den Baumwipfeln schweben, begeisterten alle Teilnehmenden. Ob verspiegelte Fassaden oder futuristische Designs – das innovative Konzept, Natur und moderne Architektur miteinander zu verbinden, hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Anschließend ging es weiter zum imposanten „Naturreservat Storfossen“. Die gewaltigen Stromschnellen und die verschneite Winterlandschaft boten ein atemberaubendes Panorama. Trotz eisiger Temperaturen von -25 Grad ließen wir uns die gute Stimmung nicht nehmen: Beim gemeinsamen Barbecue im Freien wurde gelacht, erzählt und natürlich kräftig gegessen. Die klirrende Kälte machte das Erlebnis nur noch besonderer – ein echtes Abenteuer, das sicherlich allen lange in Erinnerung bleiben wird.

Was für ein unvergessliches Erlebnis: Bei eisigen Temperaturen von rekordverdächtigen -36 Grad durften wir ein beeindruckendes Naturschauspiel erleben – gigantische grüne Nordlichter tanzten über den nächtlichen Himmel Lapplands. Trotz der klirrenden Kälte ließen es sich unsere Schülerinnen und Schüler nicht nehmen, warm eingepackt nach draußen zu gehen. Der Atem gefror in der Luft, jeder Schritt knirschte im Schnee – und über uns breitete sich ein faszinierendes Lichterspiel aus. In leuchtenden Grüntönen zogen die Polarlichter ihre Bahnen über den Himmel, mal sanft schimmernd, mal in intensiven, wogenden Bewegungen.

Die Stille der klaren Winternacht, kombiniert mit dem spektakulären Farbenspiel, sorgte für Gänsehautmomente – und das nicht nur wegen der Temperaturen. Schnell waren Handys und Kameras gezückt, um dieses besondere Ereignis festzuhalten. Doch kein Foto kann die Atmosphäre vollständig einfangen, die wir in diesem Moment erleben durften. Ein Kälterekord von -36 Grad ist sicherlich eine Herausforderung – aber gleichzeitig wurde uns mit diesem Naturphänomen ein Erlebnis geschenkt, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Unterwegs am nördlichsten Rand der Ostsee – Ein erlebnisreicher Sonntag zwischen Schweden und Finnland

Am Sonntag begab sich die Reisegruppe auf eine außergewöhnliche Tour in den hohen Norden. Ziel war der nördlichste Punkt der Ostsee – ein Ort, der nicht nur geografisch beeindruckt, sondern auch mit winterlicher Stille und endloser Weite begeistert. Der Tag begann mit der Fahrt nach Töre, wo die Gruppe die zugefrorene Ostsee betrat und über das Eis bis zum nördlichsten Punkt des Meeres wanderte. Auf dem Weg dorthin zeigte sich die Natur von ihrer charmanten Seite: Die Gruppe stoppte, um einem Elch den Vortritt beim Überqueren der Straße zu lassen – ein Moment, der allen in Erinnerung bleiben dürfte. Im Anschluss führte die Reise weiter nach Haparanda. Dort wartete ein kulinarisches Highlight im nördlichsten IKEA der Welt: Souvas, traditionell zubereitetes Rentiergeschnetzeltes mit Kartoffelbrei und Preiselbeermarmelade. Abgerundet wurde die Pause mit Softeis, das – ungewöhnlich für Eis – tatsächlich wärmer war als die Umgebungstemperatur von –18 Grad. Gestärkt überquerte die Gruppe die Grenze nach Finnland und erreichte Kemi. Dort stand der Besuch der berühmten Eiswelt auf dem Programm: das beeindruckende SnowCastle mit kunstvollen Eisskulpturen, funkelnden Gängen und rasanten Eisrutschen. Auch sportlich wurde es – beim Bundy-Spiel im Schnee kam Bewegung und viel Gelächter auf. Eine kleine, aber feine Steinsammlung sorgte anschließend für staunende Blicke und interessante Gespräche. Nach einem ereignisreichen Tag kehrte die Gruppe zurück ins Hostel. Dort wurde gemeinsam Chili gekocht, bevor man beim Abendessen das Wochenende Revue passieren ließ und die vielen Eindrücke miteinander teilte. Mit zahlreichen neuen Erfahrungen, Begegnungen und Bildern im Kopf endete ein Tag, der die Faszination des Nordens in all ihren Facetten spürbar machte.

Mit diesen außergewöhnlichen Eindrücken endet eine erlebnisreiche zweite Woche unseres ERASMUS+ Projekts. Neben fachlichen Erfahrungen und interkulturellem Austausch bleiben vor allem die gemeinsamen Momente in der beeindruckenden schwedischen Winterlandschaft unvergesslich. Mit vielen neuen Eindrücken, gewachsenen interkulturellen Kompetenzen und unvergesslichen Momenten blicken wir auf eine rundum gelungene zweite Projektwoche zurück.

 

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