Partiell auch über Jena – 2026.08.14

Am 12. August erlebten wir in Jena ein beeindruckendes Naturereignis: eine Sonnenfinsternis. Dabei schob sich der Mond zwischen Erde und Sonne, sodass ein Teil des Sonnenlichts verdeckt wurde. Für uns sah es so aus, als würde die Sonne langsam „angefressen“ werden. In Jena war die Finsternis gut sichtbar, und viele Menschen nutzten die Gelegenheit, um das Schauspiel zu beobachten. Besonders beliebt war der Jägerberg, weil man dort einen freien Blick nach Westen hatte und die Veränderung der Sonnenscheibe hervorragend verfolgen konnte.

Eine Sonnenfinsternis entsteht nur dann, wenn Sonne, Mond und Erde genau in einer Linie stehen. Das passiert selten, weil die Umlaufbahn des Mondes leicht geneigt ist. Wenn die Bedingungen aber stimmen, wirft der Mond seinen Schatten auf die Erde. Je nach Standort sieht man die Finsternis unterschiedlich stark. Während wir in Jena eine partielle Sonnenfinsternis sahen, hatten Beobachterinnen und Beobachter in Teilen Spaniens deutlich bessere Bedingungen. Dort war die Finsternis fast vollständig oder sogar ringförmig sichtbar. Bei einer ringförmigen Finsternis steht der Mond etwas weiter von der Erde entfernt und kann die Sonne nicht komplett verdecken – es bleibt ein heller „Feuerring“ sichtbar. Dieses Phänomen gilt als besonders spektakulär und zog viele Menschen an die spanischen Beobachtungsorte.

Auch wenn die Sicht in Jena nicht ganz so spektakulär war wie in Spanien, bot die Finsternis einen faszinierenden Einblick in die Bewegungen der Himmelskörper. Viele Schülerinnen und Schüler berichteten, dass die Umgebung während der Finsternis etwas dunkler und ruhiger wirkte – ein Moment, der sowohl wissenschaftlich spannend als auch atmosphärisch besonders war. Solche Ereignisse zeigen eindrucksvoll, wie präzise die Natur funktioniert. Für viele war die Sonnenfinsternis ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst – und vielleicht ein Anlass, sich weiter mit Astronomie, Physik oder Naturwissenschaften zu beschäftigen.

Wer vom Himmel noch nicht genug hatte, der ist noch ein wenig geblieben, denn es gab nur wenige Stunden später ein weiteres Himmelsschauspiel zu beobachten. In der Nacht konnten wir in Jena noch einen der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres beobachten: die Perseiden. Sie treten jedes Jahr zwischen Ende Juli und Mitte August auf und erreichen ihr in diesem Jahr ihr Maximum rund um den 12./13. August.

Die Perseiden entstehen, weil die Erde die Staubspur des Kometen Swift‑Tuttle durchquert. Die winzigen Staubteilchen treten mit hoher Geschwindigkeit in die Atmosphäre ein und verglühen dort als helle Lichtspuren — die Sternschnuppen. In der Nacht vom 12. zum 13. August waren die Bedingungen dabei besonders gut: klarer Himmel und Neumond und damit eine relativ hohe Dunkelheit.

Viele Menschen in und um Jena nutzten die Gelegenheit, um die Sternschnuppen zu sehen — besonders an dunklen Orten wie dem Jägerberg, dem Hausberg, also außerhalb der Stadt, wo die Lichtverschmutzung durch die Stadt gering ist. Typisch für die Perseiden ist, dass sie aus dem Sternbild Perseus zu kommen scheinen. Deshalb nennt man diesen Punkt am Himmel den Radianten und den Sternschnuppenstrom Perseiden. Je höher Perseus am Himmel steht, desto mehr Sternschnuppen kann man sehen. Unter guten Bedingungen sind 50–100 Sternschnuppen pro Stunde möglich — manchmal sogar mehr.

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